Weißt du noch, …

…dass Knete fliegen kann?

…dass Autos fliegen können?

…dass ein Stück Keks fliegen kann?

…dass es mega toll ist, einen chaotischen Turm zu bauen? (Möglichst hoch natürlich)

…dass es auch toll ist, wenn er wieder umfällt?

…dass Heulanfälle 5 Minuten dauern, und dann vergessen sind?

…dass nichts dagegen spricht, der Tia zu sagen, was dein Mitschüler grade Schlimmes getan hat? (Auch wenn du selbst sonst soo unschuldig bist)

…dass es echt super ist, sich mit deinem besten Kumpel ein bisschen zu schlägern und das nichts damit zu tun hat, dass früher oder später einer weint?

…dass es süße Brotdosen mit Schleifchen oder in Autoreifenform gibt?

…dass eine Armbanduhr interessant ist?

…dass alles vorher Gesagte an Bedeutung verliert, sobald die Tia den Raum verlässt?

…dass du ständig aufs Klo musst?

…dass die Rutsche auch hochgelaufen werden kann?

…dass es ok ist, sich an der Rutsche vorzudrängeln?

…dass Tiere aus dem Übungsbuch beißen können?

…dass es das Tollste ist, mt dem Stuhl zu schaukeln?

Heute war Dia do soldado (Tag des Soldaten) :

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Ich wollte euch eigentlich ein Video vom Umzug hier präsentieren, aber man kann hier nur in der Premium-Version Videos hochladen -.-

Dafür gibt es jetzt noch Soldatchen mit besonderen Fähigkeiten:

– wie ein Hamster essen können (und dazu noch ein Getränk trinken, dass die Lippen rot färbt – so putzig mädchenhaft wirkt er sonst nie)

– sich wie Michael-Jackson durch den Raum bewegen können

– die neue Tia vom ersten Tag an Umarmen und Küsschen geben

– den Tias Blumen mitbringen

– nach den Ferien anfangs Heimweh in der Schule haben

– Tiergeräusche nachmachen

– den ganzen Tag hüpfen oder mit dem Stuhl schaukeln können (Alexandre)

– die Hand eines Mädchens nehmen, und dann einfach mal für die nächste halbe Stunde ein Paar sein

– mutig genug sein, in die mit Alu-umwickelte Banane zu beißen

Ihr seht, ich hab sie liebgewonnen. Auch wenn manchmal natürlich Chaos pur herrscht 🙂 Meine Gastmama hat vorhin erzählt, dass die Rektorin positive Rückmeldung von den Mamas bekommen hat – also schein ich zumindest ein bisschen was richtig zu machen. Ich bin mittlerweile z.B. klasse im Schuhebinden 😉

Ich ertrinke in Plastiktüten

…Das heißt, ich war shoppen. Und das meiste ist hier so viel billiger *___*
(Also ist es nur sinnvoll, es hier zu kaufen. Ich investiere in zukünftige Gelgenheiten, sie zu tragen. Ohja. Und natürlich lernt man da brasilianisches Shoppingverhalten kennen. Es gibt hier viele Läden, wo es normal ist, dass du die Verkäuferinnen nach deiner Größe fragst – sie holen es dir dann.)
Und selbst wenn du nur, sagen wir mal, einen Stift kaufst – du bekommst eine Plastiktüte. Da fragt auch niemand, ob du sie haben willst, es wird eingetütet.

Mein Situation-Zitat des Tages: 

„Do you know, what is is?“ (Danny zeigt auf das Fleisch auf meinem Teller)
„No.“
„Do you like chicken?“
„Yes.“
„It’s chicken heart.“
„…“ :O

Das beschreibt ganz gut meine Bemühungen, mich mit Churrasco (Barbecue) anzufreunden.. Warum braten die Hühnchen nochmal nicht gut durch?
Mittlerweile hab ich meine Gastfamilie aber damit geschockt, dass ich 4 Jahre lang Vegetarierin war – Jetzt gilt immerhin die Ausrede: „Ja, sie isst erst seit ca. einem Jahr wieder Fleisch, deshalb isst sie nicht so viel…“
Und der Nachtisch war gut 🙂

Feiergelegenheiten (Geburtstag, Familienfeiern, die Kirche gibt ein Mittagessen – natürlich immer Churrasco) gibts immer wieder mal.
Ansonsten hab meine Gasteltern schon nach Gitarrenunterricht gefragt, brasilianische Gitarristen sind meistens echt gut – und man spielt hier natürlich auch ein bisschen anders, was echt cool nach Strand klingt.
Und sobald Dannys Sportsachen aus Irland ankommen (von ihrem Verlobten dort), gehe ich auch ins Fitnesscenter.
Aber bis dahin hab ich nicht viel zu tun , in diesem Land ohne Apfelmus, Spannbetttücher und Rücksicht vor Zebrastreifen… 

Sind wir jetzt alle in einem Jane-Austen-Roman gelandet?

Obwohl ich mich nicht daran erinnern kann, dass Elisabeth Bennet erst um Erlaubnis fragen musste, bevor sie ein Date hatte. (Es ist aber schon ne Weile her, dass ich das Buch gelesen habe).
Hier ist es Pflicht, dass der Typ bei den Eltern aufkreuzt und fragt, ob er mit der Tochter ausgehen kann! Und natürlich musst du hier dann auch um die Hand der Tochter anhalten – in Irland übrigens auch.

Dafür wirds dann beim Heiraten etwas pragmatischer: Mit Ratenabzahlungen (z.B. 2 Jahre vorher) für die Hochzeit, oft leiht man sich sein Hochzeitskleid, der Verlobungsring ist gleichzeitig der Ehering… Näheres berichte ich dann, wenn ich auch mal auf einer brasilianschen Hochzeit war 🙂

Was hier sonst noch so passiert (weniger Jane-Austen-reif):
Meine Studienpläne wurden umgeworfen; mein bisheriger Plan war 75% Computerlinguistik und 25% Spanisch ab dem Sommersemester (April) zu studieren. Das geht aber nicht, weil man Spanisch nicht zum Sommersemester anfangen kann.
Kurze Erklärung zu Computerlinguistik: Linguistik = Sprachwissenschaft. Hier bringt man Computern/Maschinen Sprache bei – also Sprachverarbeitung, wie wenn ihr mit Apples Siri redet oder wenn Word eure Fehler unterstreicht. Oder aber, wenn Plagiate aufgedeckt werden.
Es macht sogar mal Sinn, dazu eine Sprache zu studiern, es geht schließlich auch um Aufbau von Sprachen, etc.
Jetzt bin ich verwirrt:

Für Spanisch bis zum Wintersemester warten, obwohl ich mein Spanisch hier durch Portugiesisch verdränge? (Statt Spanisch könnte ich auch Englisch/Französisch/Slavistik nehmen. Bei Französisch wurde mir angedroht, dass dann sehr schlimme Dinge passieren^^)

♦ Will ich zum Sommersemester 100%-Computerlingustik studieren (=75%Computerlinguistik und 25%Informatik)?  – ist mir das zuviel Informatik? Will ich Organisationen wie der NSA helfen, uns noch mehr zu kontrollieren?

Ist 75% Computerlinguistik und 25%Portugiesisch im Sommersemester besser? Wie viele Unternehmen können mit Portugiesisch was anfangen?

Doch was ganz anderes? Doch was nur mit Sprachen, oder was Soziales?

Wollt ihr das Beste hier sehen?

Meine Schätzchen <3

Das sind meine 2 Schatzis auf ihrem Lieblingsplatz.
Debora, die Katze hat sich in dein Bett verliebt. (Debora, die andere Freiwillige kommt schon in 2,5 Wochen) Wir sind aber dabei, sie immer wieder zu verjagen…
Du willst hier ja schließlich schlafen 🙂

Meinem Bett und mir gehts weiterhin gut, letztens war hier so ne Art Jugendtreff – ich bin voller Ehrfurcht vor den Gitarristen hier. Es wird einfach alles ohne Liedblätter gesungen und gespielt. Ich sollte mir hier jemanden suchen, der’s mir besser beibringt…
Das ist hier schon der größte Unterschied, auf die Gemeinde bezogen: die Musik. Es gibt in jedem Gottesdienst Bandmusik, am Mikrofon und Instrumenten junge Erwachsene. Und mehr Publikum…
Letzten Sonntag war schon wieder ein bekannterer Sänger da, und es gab ein Gemeindeessen (Churrasco = Gegrilltes. Das Standartessen für Feierlichkeiten. Nicht ganz so meins…).
Aktionen gibts hier anscheinend auch passend zum Monat: Der nächste ist, wenn ich mich richtig erinnere, den Kindern gewidmet. Es gibt aber auch einen für die Familie, mit z.B. mal einem romantischen Candle-Light-Dinner für alle Pärchen/Eheleute…
Das ist doch mal was 🙂

Die letzten Tage wars kälter, jetzt kommt endlich die Sonne wieder raus. Was meine Schule nicht daran hindert, die Ventilatoren einzuschalten – es ist echt kalt dort -.- (WARUM tun sie das?? Morgen komm ich mit Jacke.)
Letzte Woche konnte ich dann mehr mithelfen, weil eine der Tias 2 Tage nicht da war. Was auch schwierig war. Wenn ich jetzt auf Portugiesisch sagen kann, „Setz dich“ heißt das ja dann nicht, dass die Kinder das machen…
Mein Versuch, „Bello, dein Knochen ist weg“ zu spielen, war auch nicht glorreich. Aber mein Portugiesisch verbessert sich ja noch. 🙂
Und die Tia ist wieder da. 🙂 Heute hab ich sogar eine Blume von einem Mädel bekommen.  😉

Dann ist da noch Alexandre. Ein verträumter Junge mit langen Locken. Leider zu verträumt, dass es normal sein kann. Was er genau hat, weiß ich nicht, es wurde mir nur auf Portugiesisch erklärt. Er steckt voller Energie, und das ist manchmal nicht leicht in der Gruppe – er kann manchmal eben gar nicht aufhören, auf dem Stuhl zu schaukeln. Oder warten, bis er an der Reihe ist.
ich wüsste echt gern, wie man solche Kinder genauer fördert… Was würde meine Mädchenkreisleiterin wohl dazu sagen?

Weil die Schule der Kleinen erst mittags losgeht, verschlaf ich die Morgende meistens.
Also, verabredet euch morgens mit mir zum Skypen. Dann steh ich auf und hab mehr vom Tag! 🙂

Hauptsache Weltmeisterschaft?

Letztens hat mich brasilianisches Fernsehen völlig überrascht: Es war ein Werbespot, um Brasilien Englisch für die Fußballweltmeisterschaft beizubringen (Verkaufsgespräch, das ca. ne Minute dauerte). Das ist so ein bisschen wie „okay, das Schulsystem ist mies und deswegen könnt ihr kein Englisch. Aber das Fernsehen wirds richten!“ 😀

Nicht witzig ist, dass die Schulbildung eben so schlecht ist. Man findet hier eben kaum jemanden, der eine normale englische Frage versteht. Danny hat mal weiter aufgezählt: Mit besser Bildung könnte Brasilien so viel mehr aus sich machen! Es gibt hier hohe Steuern, und trotzdem schlechte Krankenversorgung. Brasilien ist voller Korruption, die elektronischen Wahlen stehen als manipuliert in der Kritik, manipuliert zu werden, und es gibt zu viele hochbezahlte Poltiker – inklusive einer Präsidentin, die nach den ersten Demostration erst mal zu ihrem Vorgänger rennt…
Da wirkt diese G8/G9-Diskussion in Deutschland schon iwie lächerlich dagegen.

Es verwundert einen dann nicht, dass einige Berufsgruppen grade streiken. Ich hatte nur absolut nichts davon mitbekommen. Ihr? Auch hatte ich irgendwie den Eindruck, die Demonstrationen sind gelärt. Sind sie nicht – im September ist nochmal eine große angesetzt, in Rio de Janeiro. Vermutlich berichten dann die deutschen Medien auch wieder. Danny wird mitdemonstrieren.

NOSSA!

Ihr erinnert euch bestimmt alle an dieses „Nossa, Nossa“ – Lied, das wir alle nicht mehr hören können. „Nossa“  (jetzt nicht das Lied) hört man hier öfter, es is so eine Art „Wow! Wahnsinn! Mega! Super! Irre!“.

Also: NOSSA war es, zwei Tage lang das Papa-Lied der Kinder als Ohrwurm zu haben (ja, es nervt nach dem 20ten Mal üben; auch wenn ich jeden Übungstag den Text einen Tick besser verstehe);
mit meinem brasilianischen Make-Up bin ich NOSSA (= Kompliment) ;
die Leute in brasilianischen Realityshows sind NOSSA (= ziemlich irre. Realityshows scheinen immer schlecht zu sein. Brasilianische Telenovelas sind immerhin mit guten Schauspielern besetzt);
die Katze ist NOSSA, wenn sie jeden möglichen Trick anwendet, um an Essen zu kommen (letztens hat sie Magarine gegessen. Kein Scherz.);

…und ich habe brasilianische Musik für mich entdeckt! NOSSA! Das heißt, ich liebe sie.

João Alexandre war gestern in unserem Abendgottesdienst,ein bekannter Musiker aus São Paolo.
Es ist NOSSA, dass Glaube und Musik keine Sprachgrenzen kennen, und eben trotzdem echt berührend sein können. Demnächst werd ich mir mal eine CD von ihm besorgen, dann kann ich euch vielleicht auch was zu den Texten sagen. Aber hört rein, es lohnt sich (schon allein sein Gitarrenspiel ist einfach nur NOSSA-ich will auch!!)

Wer eher auf Chris Tomlin und z.B. „God of This City“ steht, kann es mal mit der brasilianischen Version versuchen (hierbei geht ein Dank an Nicolas Blog, für den Tipp):