Die spinnen, die Brasilianer! (heute in 9 Bildern)

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Wenn frau sich jetzt unbedingt modisch fühlen will, dann lasst es mich eure Bestellungen wissen.  Oder wenn ihr meint, dass das in eurem nächsten Geschenk für (hier Namen eurer Wahl einfügen) nicht fehlen sollte 😉

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Echter Geheimtipp: eine Palette éuros schon für 0,99 Reais! (= ca. 33ct)
(Vielleicht wäre das was für die Griechen :D)

Und jetzt findet die Gemeinsamkeiten zwischen den 2 Bildern…

Beide sind süß (das rechte ist eine Süßkartoffel 🙂 )

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Das ist der quasi-Dauerzustand meines Bettlakens. Es gibt mir das Gefühl schon herunterzufallen, wenn auch nur ein Flo drüber läuft…

Spannbetttücher gibt es, aber eigentlich nur für Doppelbetten.

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Ich gebe schon zu, dass ich das kaputt gemacht habe (sie saß schief, und das will man dann ausgleichen… Mist…)

Worauf ich eigentlich hinweisen will, ist, dass brasilianische Optiker nicht mit meiner (Swich it)Brille zurechtkommen. Es gibt hier weder diese Plastikteile, die auf der Nase aufliegen; noch können sie die Brille auf mich anpassen.

(Zur Erklärung: Ja, auch der Bügel eines Gestells sitzt schräg. Dieses Plastik erwärmt mein Optiker sonst immer dafür – diese Technik scheint es hier nicht zu geben…)
Aber sie waren so freundlich, es gut zu putzen 🙂

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„Schon genug getrunken?“ – „Ja klar, grad erst 0,51 Liter!“
Und es gibt noch andere komische „Gewichtsklassen“… Dann ist die 2,75 Liter Flasche daneben auch gar nicht mehr so auffällig (und übrigens auch nicht die größte ihrer Art).

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Man erkennt es etwas schlecht, aber hier sieht man billigen Einbrecherschutz: Einfach ein paar Glasflaschen einbauen. (Das wirkt dann genauso wie die Spitzen des reichen Nachbarn.

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Darf ich euch jemanden vorstellen?
Da mich hier niemand damit aufzieht, dass ich klein bin, hat sich unser Duschkopf vorgenommen, mich trotzdem daran zu erinnern. Und wenn ich mich sehr bemühe, ihm entgegen zu kommen, kann man sogar mit ihm über Wassertemperaturen reden… (Und ich bin nicht die Einzige in diesem Haushalt, der das so geht!)

Weil mir das in noch einem Haus begegnet ist, frage ich mich mittlerweile ob der Designer oder die Technik kleine-Menschen-rassistisch ist. (Und ob er mit 1,70m auf die Welt gekommen ist)

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Vila mimosa

Dem habe ich kaum was hinzuzufügen 🙂
An diesem Samstag war ich erst etwas befangen, und ich fand es erstaunlich wie freundlich die Leute waren. „Dankeschön“ für die Kondome. „Ich will auch!“, hat eine Protestuierte gemeint.
Mit einem Freiwilligen habe ich später noch über den ersten Eindruck dort gesprochen. Er hat gemeint, er hat sich vorgestellt, dass die Freiwilligen mehr mit den Menschen dort ins Gespräch kommen, Leben verändern. Aber wir sind eher nur durchgelaufen. Mir und Debbie wurde gesagt, dass es etwas besser wäre, wenn wir kaum reden – man weiß ja nie.
Durch unsere T-Shirts waren wir aber sehr klar als Außenstehende zu erkennen, und es war wirklich sicher dort in der Gruppe.
Mal ein anderer Tag…

My brasilian life

Ein kleines Mädchen auf dem Arm eines Anderen, Tränen fließen über das süße Gesicht der Kleinen. Vielleicht weil es unglücklich gefallen ist oder weil jemand ihren Zeichenstift geklaut hat. Ein Junge lacht fröhlich in die Runde, das Mädchen mit den schönen dunklen Augen und der seidigen dunklen Haut zeichnet voller Eifer eine etwas unsaubere Blume. Ein Grüppchen von Kindern hat sich auf dem Trampolin versammelt und hüpft mit Leibeskräften Auf und Ab. Es scheint ein ganz normaler Platz zu sein, an dem sich die Kinder  treffen um den Nachmittag gemeinsam zu verbringen. Ein Platz, an dem wegen einer aufgeschürften Wunde geschluchzt wird, aber auch ein Platz an dem fröhlich herumgetollt wird, ein scheinbares Paradies für Kinder. Doch wo sind die Eltern in dem ganzen Tumult? Und was wenn das Trampolin und die Ecke zum zeichnen nicht mehr da sind? Wer ist da und tröstet das kleine Mädchen, wenn die Tränen…

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Portugiesisch für Anfänger und Riotipps

Portugiesisch für Anfänger

Abgesehen von der Schule sind Debbie und ich auch das erste Mal allein in Rio herumgeirrt.
Das ist ziemlich witzig, weil man Rio eigentlich nur per Bus wirklich entdecken kann.  Und ratet mal, was man auf keiner Karte findet. Richtig, Bushaltestellen oder Buslinien.  Die beste Strategie ist nach unserer Erfahrung, den Fahrgeldkassierer oder Busfahrer zu fragen – alle werden dir freundlich den Weg erklären, natürlich auf Portugiesisch. Oder sonst irgendwen – dabei sollte es aber besser eine Frau sein (ungefährlicher). Auch sonst werden wir hier ständig ermahnt:
„Redet leise Deutsch. Du kannst hier nicht einfach laufen, immer schauen, was um dich herum passiert! Nehmt nur eine Kamera mit. …“

Der Botanische Garten war echt schön, heute gibt es mal Bilder ohne uns: (und es gab auch kleine Äffchen, die aber ganz oben im Baum und zu schnell für unsere Kamera waren)
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???????????????????????????????(Debbies Lieblingsmärchenbaum)

Reinhören…

Diesmal: Brasilianischer Funk (und nein, das hört sich jetzt anders an, als man sich Funk vorstellt.)
Das ist ganz typische Riomusik, usprünglich kommt sie aus den Favelas. 🙂

Wer gut ist, kann passend zum letzten Beitrag das Wort „Facebook“ raushören 😀 HIer geht es (übrigens ganz ohne Schimpfwörter) darum, das ein Mädchen besungen wird 😉  (und dass sie Fotos macht, um die auf Facebook hochzuladen)

Die Massensucht der Brasilianer: Fotos.

Nach 2 Monaten, in denen immer was dazwischen gekommen ist, überrascht mich eins sehr:
Es ist gar nicht kompliziert, von hier nach Rio zu kommen. „Du hast noch nie einen Bus nach Rio gesehen?!“ – Im Endeffekt fährt direkt von der nächsten Bushaltestelle ein Bus direkt ins Zentrum… Es steht aber „Castello“ und nicht Rio darauf… 😉

…Und von dort aus gehts z.B. weiter in die Sahara.
Sára, so nennen die Brasilianer ein Einkaufsviertel (viele billige Accessoires!) oder auch die Sahara.

Aber in Rio kann einem noch viel mehr passieren:

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Wir sind einem Mann begegnet, der Aras als Haustiere hat. Die hatte er einfach so beim Zeitungslesen mit dabei.
(Es ist für unsere brasilianische Begleitung immer witzig zu sehen, wie Debbie und ich ausrasten;) )
Sehr passend dazu, dass letztens der Anmationsfilm „Rio“  im Fernsehen lief 🙂

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Hier kommen wir zu Fotos mit (mehr oder weniger) bekannteren Sehenswürdigkeiten 🙂

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Und dann noch zu ganz aktuellen Themen hier. Keine Sorge, als wir da waren, war nur ein Bruchteil der Demonstranten da. Später hat mir dann meine Gastschwester dieses Foto geschickt. Und bei der nächsten Gelegenheit wurden wir auf eine paar Zelte aufmerksam gemacht: Dort übernachten Demonstrierende schon einen Monat lang.
Eine gute Freundin von Danivilly war auch bei einer Demo mit Polizeieinschreitungen – darüber musste ich sie natürlich ausfragen.
Sie konnte nicht alles überblicken, aber wirkliche Randale der Demonstranten hat sie nicht gesehen. Dann hat die Polizei kurz hinten und vorne abgesperrt und mit Pfefferspray + (Softair?) Geschosse alle attakiert… Das es so heftig werden würde, hätte sie nicht gedacht.
Ob Brasilien sich ändern kann? Es gibt viele Gründe dafür, zu demonstrieren – und für eine Änderung. (Sie hat z.B. erwähnt, dass Brasilien viel ::::: gibt, die Benzinpreise hier aber sehr hoch sind – es kommt einfach nichts bei der Bevölkerung an, es gibt eine unglaubliche hohe Schere von Arm und Reich, …)
Allerdings spricht gegen eine Änderung der Verhältnisse auch, dass die Schulbildung hier dich NICHT dazu erzieht, Dinge zu hinterfragen oder sich zu widersetzen. Die meisten Brasilianer lesen keine Zeitung und bekämen von Weltgeschehen eben nicht viel mit…
Wer will kann sich jetzt noch „Elite Squad“ anschauen, preisgekrönter Film über Rio & Korruption/Polizeieinsätze (ich bin gerade auch dabei ihn zu schauen). Oder den oben erwähnten Anmationsfilm Rio, wenns lustiger sein soll 🙂

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Debbie und ich freunden uns immer mehr mit den Schülern hier an – und es ist erstaunlich, wie viel lockerer der Unterricht hier läuft… Oder wie oft man hier von den kleineren geknuddelt wird 🙂
– Oder wie fotosüchtig selbst die Lehrer sind. Wir haben jetzt aber unglaublicherweise sogar 2(!) Mädchen getroffen, die nicht aufs Foto wollten. Deshalb ist es nie ein Problem Fotos zu machen. Oder zu spät zu kommen.

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Dann gibt es noch Gaby, die von Danilly grade gefüttert werden muss, weil sie nicht mehr richtig isst. Wie man sieht, liebt Gaby es so, dass sie mittlerweile Schutzkleidung tragen muss, damit Danilly nicht völlig verschrammt wird 🙂

Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Was mache ich  nach 12 Jahren Lernen und Abi?
Weiterlernen.
Zumindest ist das gerade die Realität 🙂 (Und damit kann ich vermutlich auch für Debbie sprecen)
Es gibt auch so wahnsinnig viel zu lernen hier. (Und man sollte meinen, wenn man als Deutsche nach Brasilien kommt, kann man am besten Brasilien etwas beibringen)

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Oben auf dem Bild seht ihr das Ergebnis unseres Schminkunterrichts (♥-lichen Dank an Dannilly & zuletzt auch Dannivilly, meinen modebewussten Gastschwestern).

Dann ist normales Reden hier natürlich immer eine Art Sprachtraining. Und wir wechseln grad ziemlich locker zwischen Englisch (Danilly), Deutsch (Debbie&Danivilly) und Portugiesisch (alle, wir Deutsche versuchen das zumindest). Dazu versuchen Debbie und ich uns zum Vokabel und Grammatiklernen zu motivieren – und nehmen Unterricht beim Gastvater.
Die Kultur lernt man so nebenbei kennen.
Wusstet ihr, dass es hier normal ist, einem weiblichen Baby Ohrlöcher stechen zu lassen? Da hat es noch keine Angst davor 😀

Dazu kommen noch Erfahrungen mit den Kindern dazu – Debbie malt fleißig Kunstwerke für die Kinder, wir sind am Aktionen planen. Und natürlich haben die Kleinen jeden Tag neuen süßen Unsinn im Kopf. 😉  Oder wir sitzen bei den Großen mit drin und checken ab, wie viel wir von brasilianischem Matheunterricht verstehen.

Außerdem gab es jetzt mehrere Koch-/Backversuche:

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(hier gibts auch Bilder von unseren sensationellen Kässpätzle!)
Debbie und ich werden WG-reif. 😉 Und die „deutschen“ Berühmheiten im Supermarkt nebenan.

„Sing mal irgendwas.“ – „Alle meine Entchen … “  –> und schon wurden kurz die Akkorde dazu improvisiert und plötzlich klingt es brasilianisch (für mich klingt die Gitarrenmusik hier immer nach Strand & Urlaub)
Meine Gastmama hat mir zu meinen langersehnten Gitarrenstunden verholfen. Und zum liebsten Gitarrenlehrer, den ich je getroffen habe. In der ersten Stunde musste ich mich aber dann erst mal darauf einstellen, dass ein C oder C-Akkord hier plötzlich „Do“ heißt. Das wird dann nach der lateinischen Tonleiter weitergeführt, die aber leicht ins Portugiesische abgewandelt wurde 😉
(Die Musiker unter euch ahnen also schon: Do – Ré (He) – Mi – Fá – Sol – La – Si – Do)
Dafür strahlt mein Lehrer einfach aus, wie sehr er mich gern unterrichtet: Er hätte nie damit gerechnet eine Deutsche zu unterrichten, erzählt glücklich allen möglichen Leuten von unserem Unterricht, findet meine Schreibweise von „Symphonie de Beethoven“ toll und möchte eine Übersetzung von „Deus é amor“ – „Gott ist Liebe“. Diese Ruhe, die der ältere Herr ausstrahlt, kommt von Herzen.
Er hat mir außerdem eine Gitarre zum Üben mitgegeben, weil er die von David als schwer spielbar empfand (der Bundabstand variiert tatsächlich von 2mm – 1cm) 🙂
Und wenn er spielt (meist Melodien, aber dann auch locker kurz Bossa Nova, im Jamaika-Stil…) denkt man sich immer nur: „Das will ich auch können!“

Also heißt es weiter fleißig lernen. 😉 Hier sollte man eigentlich noch Surfen/Tanzen/Brasilianisch Kochen lernen/… ausprobieren, wer weiß was wir alles noch anstellen…